Die Geschichte vom Drachen

Eine Gemeinschaftsarbeit der Klassen 5g, 6b, 6c, 6e und 6g
der Hauptschule Dillingen

Es war einmal ein Drache, der wusste nichts mit sich anzufangen.
Er konnte einige Kunststücke und war sehr stolz darauf.
Aber was nutzten ihm seine Talente, wenn er sie doch niemandem zeigen konnte.
Er war zahm und überhaupt sehr lieb.
Trotz seiner enormen Größe konnte er keinem Regenwurm etwas zu Leide tun.
So lebte der Drache nun schon lange dahin.
Wunderbare Abenteuer erlebte er leider nur im Traum.
Bis er eines Tages bei seinem Morgenspaziergang ein Plakat entdeckte:


Prinzessin entführt
Der König verspricht demjenigen das halbe Königreich,
der Prinzessin Antonia befreit.
Nähere Informationen am Königshof

Das war die Gelegenheit. Jetzt wurde er gebraucht.
Er machte sich sofort auf den Weg zum Schloss.
Dort wurde ihm erklärt, dass die Prinzessin von einem Untier in den tiefen, dunklen Wald entführt worden sei.
Mehrere tapfere Ritter hätten versucht, sie zu retten.
Sie seien aber nicht mehr aus dem Wald zurückgekehrt.

Der Drache ging heim. Er musste die Prinzessin Antonia finden.
Er verließ seine Höhle und machte sich auf den Weg.
Als er ein gutes Stück weit geflogen war, sah er eine Hütte, in der ein Zauberer lebte.
Der Drache fragte: "Weißt du, wie ich die Prinzessin Antonia befreien kann?"
Der Zauberer antwortete: "Die Prinzessin wird streng von Drachen bewacht.
Einer von ihnen hat sie entführt. In einer großen Höhle hält sie ein Zauberer gefangen.
Man muss sehr aufpassen, sonst verirrt man sich leicht im verzauberten Wald.
Ich gebe dir einen Zaubertrank.
Wenn du den trinkst, weißt du den Weg.
Achte aber nicht auf die Wegweiser, die sind falsch."
So machte sich der Drache wieder auf den Weg.

Er flog über Wiesen und Felder.
Da! Das war sicher der Zauberwald, das Grün der Blätter glänzte so eigenartig.
Vorsichtig betrat der Drache den Wald.
Er nahm einen Schluck von dem Zaubertrank und lief los.
Was aber nicht wusste, der böse Zauberer hatte noch weitere Fallen aufgebaut.
Auf einmal stand er vor einer tiefen Schlucht, über die eine zerfallene Brücke führte.
Aber der Drache musste den Übergang wagen.
Plötzlich krachte es und er flog hinunter.
Seine Flügel konnte er nicht gebrauchen, dazu war die Schlucht zu eng.
Unten knallte er hart auf,  und als er den Kopf hob, sah er eine Höhle.
War es vielleicht die, die er suchte?

Rasch entzündete er mit seinem Feuer ein Stück Holz und schlich vorsichtig
in den dunklen Gang.
Dort entdeckte er viele Seitengänge.  Wo sollte er entlang gehen?
Der Drache entschied sich für den mittleren Weg.
Plötzlich trat er auf einen Ast, der einen Felsbrocken auslöste.
In letzter Sekunde konnte er sich durch einen Seitwärtssalto retten.
Schnell nahm er einen Schluck Zaubertrank und ging weiter.
Bald fand er einen Felsvorsprung und dort sah er einen anderen Drachen,
einen Wächter des Zauberers.
Dieser stellte ihm die Aufgabe: "Suche den goldenen Schlüssel zur Kammer der Prinzessin!"

Dabei schüttelte sich der dicke, furchterregende Drache vor Lachen.
Der zahme Drache war ratlos.
Wo sollte er einen goldenen Schlüssel suchen?
In diesem Zauberwald gab es mehr als eine Million Möglichkeiten einen winzigen goldenen Schlüssel zu verstecken.
Mutlos ließ er sich auf den Boden sinken und begann herzzerreißend zu heulen.
Er heulte so sehr, dass sich in Sekundenschnelle zu seinen Füßen
ein kleiner, salziger See ausbreitete.
Das machte den Wachdrachen neugierig: "Was bist du denn für ein komischer Kauz?
Du willst ein Drache sein? Drachen heulen nicht!
Ich habe noch nie so ein bedauernswertes Häufchen Elend wie dich gesehen.
Du bist ja eine Schande für die ganze Drachenzunft!"
Aber der zahme Drache heulte nur noch mehr: "Was soll ich denn maaachen?
Da kann ich einmal beweisen, dass ich ein tapferer Drache bin,
und dann weiß ich schon nach wenigen Metern nicht mehr weieieieieiter!
Ich bin ein totaler Versaaager! Heuuul!"

Dem bösen Wachdrachen wurde ganz unwohl, als er den freundlichen Drachen
so verzweifelt da sitzen sah und so versuchte er ihn zu trösten:
"Nun wein' doch nicht so fürchterlich! Das kann ja kein Drache aushalten!
Ich fange ja gleich selber an zu heulen!"
Und wirklich, da begann der böse Wachdrache ebenfalls zu heulen,
weil ihm der freundliche Drache so Leid tat.
Da saßen sie nun und weinten gemeinsam in ein riesiges, rot kariertes Tischtuch.
Der böse Drache schnäuzte sich kräftig, und plötzlich kullerte ihm ein kleines, glänzendes Ding aus dem riesigen Nasenloch.
Plingpling!!! Der goldenen Schlüssel zur Kammer der Prinzessin!
Der zahme Drache schnappte sich den Schlüssel blitzschnell und rannte an dem immer noch heulenden Drachenkollegen vorbei in die Höhle.
Bereits nach wenigen Metern gelangte er an eine schwere Eichentür.
Er steckte den Schlüssel in das Schloss und drehte ihn vorsichtig um.
Tatsächlich, er passte!
Der zahme Drache drückte die schwere Türe auf.
Doch was sahen seine vom Weinen geröteten Äuglein?
Eine wunderschönes zierliches Drachenmädchen mit langem, grünen Lockenhaar
strahlte ihn dankbar an:
"Mein Retter!" ,flüsterte sie dankbar und flüchtete in seine Arme.
Er hatte Prinzessin Antonia gefunden.
Zärtlich nahm er sie in seine Arme und flog mit ihr an dem immer noch weinenden Wachdrachen vorbei über den grün schillernden Zauberwald nach Hause ins Drachenschloss. Die beiden Drachen feierten eine großartige Hochzeit
und lebten glücklich bis zum heutigen Tage.
An warmen Tagen kannst du ihre Kinder und Kindeskinder heute noch auf ruhigen Steinmauern und in Steinbrüchen beobachten.

Wie wir das gemacht haben?
Ganz einfach!
Jede Klasse schreibt ein Stückchen und gibt den Text an die nächste Klasse weiter.